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"Frauen inspirieren"

Wadern setzte beim Motto seiner diesjährigen Gebetswoche auf Vielseitigkeit
Frauen stehen um eine Organistin auf der Orgelempore und singen
Datum:
23. März 2026
Von:
Axel Feldmann
Eine Runde von Männer und Frauen sitzen an einem Tisch

Wadern. Der Applaus, den die Besucherinnen und Besucher nach dem Evensong in der Pfarrkirche Allerheiligen in Wadern spendeten, zeigte: Die Idee, das Ewige Gebet auf ein anderes Format, nämlich eine Gebetswoche mit vielseitigen Inhalten, umzustellen, ist nach wie vor die richtige Wahl.  

"Das Ewige Gebet funktioniert nicht mehr und in Zeiten, wo es immer schwieriger wird, Gläubige zu erreichen, müssen wir uns anders aufstellen, um verschiedene Gruppen anzusprechen. Die Gebetswoche findet bereits zum vierten Mal statt und ist damit schon Tradition", erklärte Dekan Axel Feldmann den Hintergrund des Wechsels.

Taizegebet in Morscholz

Die diesjährige Gebetswoche, die unter dem Motto "Frauen inspirieren" stand, bot gleich an mehreren Orten ein attraktives Programm mit "durchweg positiven Rückmeldungen", wie Veronika Merkert vom Orgateam resümierte. Da in die Veranstaltungswoche sowohl der Weltgebetstag als auch der Weltfrauentag fielen, waren Zeitpunkt und Motto gut aufeinander abgestimmt.

Den Abschluss bildete der Evensong, ein Abendlob, das ursprünglich aus der anglikanischen Kirche kommt, aber mittlerweile auch in der katholischen Kirche verstärkt Einzug hält. "Diese Gottesdienstform eignet sich besonders gut, um abzuschalten und den Tag in Gemeinschaft und im Vertrauen auf Gott ausklingen zu lassen", erklärte Küsterin Elisabeth Birtel. Gestaltet wurde der Evensong vom Frauenchor Lockweiler und dem Kirchenchor Wadern.

Weitere Inhalte der Gebetswoche, bei der stets die Frauen im Mittelpunkt standen, waren z.B. das Eröffnungshochamt mit Werken von Komponistinnen aus dem 19. und 20. Jahrhundert wie etwa Clara Schumann oder Elisabeth Stirling. Eine Musik, die Elisabeth Birtel als "getragen bis feurig" empfand. Kirchenmusikerin und Chorleiterin Monika Köpke erhielt von Besucherinnen und Besuchern das Lob, dass die Auswahl "sehr inspirierend" gewesen sei.      

Ein weiterer Baustein der Gebetswoche war das Taizé-Gebet in Morscholz mit Texten von Madeleine Delbrel, unterstützt wurde vor Ort durch den Sing- und Instrumentalkreis sowie die Jugendkirche Mia. Hintergrund: Die Mystikerin Madeleine Delbrel fand erst mit 20 Jahren zum Glauben und beschritt im kirchenfernen Milieu der Pariser Vorstadt neue Wege, Christentum zu leben.   

Während der Gebetswoche wurde zudem eine Messe im Seniorenheim St. Maria Wadern gefeiert, mit besonderem Blick auf die 2008 seligesprochene Mutter Rosa, Gründerin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen. Auch das Seniorenheim steht in der Tradition der Waldbreitbacher. Mutter Rosa verlor bereits früh ihre Eltern und musste mit 16 Jahren Verantwortung für ihre Familie tragen. Ihr Leben gilt als Beispiel für die Hingabe an die Gemeinschaft. Auch die Frühmesse in Bardenbach, mit anschließendem Frühstück, richtete den Blick auf eine besondere Frau: die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer, die ihr Leben der Mission widmete, über die Verbrechen der NS-Zeit aufzuklären. "Frauen wie Mutter Rosa oder Margot Friedländer schafften es, Menschen trotz eigenem großen Leid zu begeistern und Hoffnung zu verbreiten", beschrieben Pastoralreferent Rainer Stuhlträger und Axel Feldmann die gewählten Vorbilder der Gebetswoche. 

Der Weltgebetstag wurde in Wadern, Lockweiler und Büschfeld zelebriert. Die Nachtanbetung von 20 - 8 Uhr fand in Rathen statt, mit jeweils 3-6 Frauen, die sich ablösten. Auch dies war ein Angebot, das entschleunigte, beschrieb Theresia Berg ihre Eindrücke. "Die Kreuzweg-Andacht in Wadrill richtete den Blick auf die Frauen, die Jesus damals auf seinem Weg begleiteten", berichteten Rosemarie Wirth und Gabriele von Duisburg. Die Predigt am letzten Tag der Gebetswoche übernahm Pastoralreferentin Martina Zimmer.    

Eine Kirche im blauen Licht

"Das Motto Frauen inspirieren, bedeutet, von Frauen lernen", fassten Axel Feldman und Rainer Stuhlträger die Woche zusammen. So ging Axel Feldmann im Evensong auf die "unerschrockende" Figur der Maria Magdalena ein, die im Johannes-Evangelium als erste den verschwundenen Jesu nach seiner Auferstehung suchte und in der Ostkirche als "Apostelin der Apostel" bezeichnet wird. Auch die Fürbitten richteten sich inhaltlich auf Maria Magdalena, mit dem Wunsch, ihr nachzueifern und dabei immer wieder den Glauben an die Auferstehung neu zu bezeugen.    

Die Gebetswoche 2027 soll erneut in der Fastenzeit stattfinden, ihr Motto ist noch offen. Gesetze Elemente sind die Themen Armut, Weltkirche und Taizé-Gebet. Weitere Anregungen und Ideen aus der Pfarrgemeinde für das kommende Jahr sind herzlich willkommen.         

Ruth Müller